Sport in der Schwangerschaft – Was ist erlaubt? – Vorteile & Sportarten

Sport in der Schwangerschaft - worauf achten? Bild: @rolencino_ via Twenty20

Viele Frauen haben Bedenken während ihrer Schwangerschaft Sport zu treiben, da sie der Ansicht sind, dass es dem Kind schaden könnte. Tatsächlich kann eine regelmäßige Bewegung den bekannten Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen und bestehende sogar lindern.

Wichtig ist lediglich, es beim Sport nicht zu übertreiben. So gibt es bestimmte Übungen, die sich speziell für Schwangere eignen und auch bestimmte Sportarten, die vermieden werden sollten.

Vorteile von Sport während der Schwangerschaft

  • Sport beugt vielen Beschwerden während der Schwangerschaft vor.
  • Regelmäßige körperliche Betätigung setzt Glückshormone frei.
  • Sport hält den Körper während und nach der Schwangerschaft fit.
  • Sport trainiert die Bauchmuskulatur und den Beckenboden und erleichtert somit die Entbindung.

Was bewirkt Sport während der Schwangerschaft?

Viele Ärzte raten schwangeren Frauen dazu, sich regelmäßig körperlich zu betätigen. Dies tut nicht nur ihnen selbst, sondern auch dem Baby im Bauch etwas Gutes. Einige Studien belegen beispielsweise, dass Sport während der Schwangerschaft bei Durchblutungsstörungen, Kreislaufproblemen sowie Rückenschmerzen hilft.

  • Es erhöht zudem die Ausdauer und sorgt dafür, dass Frauen nicht so schnell außer Atem kommen, wenn sie Treppen steigen oder über eine längere Distanz zu Fuß unterwegs sind. Sport kann auch die Geburt erleichtern.
  • So hat eine weitere Studie gezeigt, dass sich Schwangere, die mindestens dreimal wöchentlich leichte Aerobic-Übungen durchführten, einfacher entspannen und leichter dehnen konnten.
  • Auch der Muskelaufbau war stärker und somit kam es zu weniger Beschwerden im Anschluss an die Geburt. Lediglich bei Risikoschwangerschaften sollte Sport nur in Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.

Welcher Sport eignet sich während der Schwangerschaft?

  • Es ist generell wichtig, vor jeder Art von körperlicher Betätigung zunächst eine komplette Untersuchung beim Frauenarzt durchführen zu lassen.

Ausdauersport

Ausdauersport sorgt dafür, dass der Kreislauf angeregt wird, was die Durchblutung fördert und den Stoffwechsel verbessert. Dies bedeutet, dass die Frau sowie das Baby mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Wichtig ist es hierbei nur sanfte Sportarten zu wählen und nicht joggen zu gehen. Radfahren oder Nordic Walking sind ideal.

Yoga und Gymnastik

Auch Gymnastik sowie Yogaübungen können dabei helfen, die Flexibilität zu verbessern und die Muskeln zu kräftigen. Dies ist vor allem bei Verspannungen sowie Rückenschmerzen während der Schwangerschaft empfehlenswert. Yoga baut zudem Stress ab und hilft somit dabei sich besser zu entspannen.

Wassersport

Wassersport ist ebenfalls zu empfehlen, da die Gelenke dabei geschont und dennoch gekräftigt werden. Die Bewegung im Wasser hilft auch dabei Wassereinlagerungen in den Beinen vorzubeugen, da es eine ähnliche Wirkung wie eine Lymphdrainage hat. Neben Schwimmen ist Aqua-Jogging zu empfehlen. Extreme Wassersportarten wie z. B. Wasserski sind nicht zu empfehlen, unabhängig davon, wie fit man sich fühlt.

Welche Sportarten sollten Schwangere meiden?

  • Jeder Sport, bei dem eine große Verletzungsgefahr vorliegt, sollte von Schwangeren keinesfalls durchgeführt werden.
  • Dies betrifft vor allem Kampfsportarten, aber auch Kontakt- und Mannschaftssport, wie beispielsweise Handball oder Karate.
  • Auch jegliche Sportarten mit Bällen, wie Tennis zum Beispiel sind zu gefährlich, da diese auf den Bauch prallen und das Baby sowie die Mutter verletzen könnten.
  • Selbst tauchen ist nicht zu empfehlen, da dies eine zu große Belastung für den Körper bedeuten würde.

Worauf ist bei Sport während der Schwangerschaft zu achten?

Es ist wichtig stets die Herzfrequenz zu überwachen. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem körperlichen Zustand man sich befindet. Selbst professionelle Sportlerinnen müssen während der Schwangerschaft darauf achten, dass die Herzfrequenz bei 125 bis 155 Schlägen pro Minute liegt. Während des Sports ist es demnach empfehlenswert eine Pulsuhr zu tragen.

  • Wer keine Pulsuhr besitzt, der sollte sich nur soweit körperlich anstrengen, dass er nicht aus der Puste kommt. Das Training muss zudem sofort unterbrochen werden, wenn es zu Schwindel, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Atemnot oder Übelkeit kommt. In solch einem Fall ist es zudem wichtig sofort einen Arzt aufzusuchen.

Sport während der Frühschwangerschaft

Während der ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist das Risiko für eine Fehlgeburt besonders hoch und Beschwerden wie Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder Übelkeit sind keine Seltenheit. Während dieser Zeit ist es somit empfehlenswert vor allem entspannende Sportarten wie Yoga und Pilates durchzuführen und möglichst viel Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Extremsportarten sollten während dieser Zeit, aber auch später natürlich komplett vermieden werden.

Bis wann ist Sport während der Schwangerschaft erlaubt?

Wer sich fit fühlt, der kann auch Sport treiben und dies praktisch bis zu einem Tag vor der Entbindung. Es muss außerdem nicht befürchtet werden, dass Sport für ein frühzeitiges Einsetzen der Wehen sorgt.

Tatsächlich haben Studien belegt, dass bei Frauen, die sich während der Schwangerschaft aktiv betätigen, ein geringeres Risiko für eine Frühgeburt besteht. Solange man sich demnach fit und gesund fühlt, ist Sport in Maßen erlaubt.

Wie viel Sport ist während der Schwangerschaft zu empfehlen?

Generell sprechen Experten davon, sich während der Schwangerschaft moderat körperlich zu betätigen. Dies bedeutet somit, dass man es nicht übertreiben sollte und bereits eine Stunde körperliche Betätigung am Tag ausreichend sind. Manchmal kann auch ein einfacher Spaziergang für einige Minuten genügen. Es ist wichtig sich keinesfalls zu überanstrengen und aus der Puste zu kommen. Der Kreislauf und der Stoffwechsel profitieren bereits von minimalen Übungen, sowie von Yoga und Stretching, selbst dann, wenn man sich nicht „ausgepowert“ fühlt.

Fazit

  • Ist Sport während der Schwangerschaft sicher und empfehlenswert? Ja! Wichtig ist es in jedem Fall nur, dass man auf den eigenen Körper hört und es nicht übertreibt.

Bei Sport während der Schwangerschaft handelt es sich somit eher um Bewegung. Dies bedeutet, dass man keinesfalls nur herumliegen sollte, da dies nicht nur für mehr Müdigkeit sorgt, sondern mögliche Probleme mit dem Rücken oder dem Kreislauf verschlimmert. Es ist wichtig am Morgen aufzustehen und sich zu betätigen. Auch wer keinen richtigen Sport treiben möchte, der kann es mit leichter Hausarbeit versuchen. Studien haben gezeigt, dass es immer, und nicht nur während der Schwangerschaft, wichtig ist dafür zu sorgen, dass der Körper nicht zu einem Stillstand kommt, sodass der Stoffwechsel richtig funktioniert und der Körper und somit die Organe mit ausreichend Sauerstoff versorgt.